Der letzte Text des grössen Freundes der Polen
Faszination der FarbenRapperswil:
Der polnische Maler Norbert Jan Paprotny auf fünf Stockwerken |
HANS RATHGEB |
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Wohl zum ersten Mal wird der grosse Schlossturm im Südwesten
der mittelalterlichen Burg von unten bis Oben mit farbigen Impressionen
ausgestattet. Dem 72-jährigen polnischen Maler Jan Paprotny, der seit
1972 in der Schweiz lebt und 1987 das Bürgerrecht der Stadt Zürich
erworben hat, fällt die Ehre zu, die 75. temporäre Ausstellung des
Polenmuseums seit 1975 zu bestreiten. Museumsdirektor Janusz Morkowski bezeichnete an der
gut besuchten Vernissage vom Samstagnachmittag das künstlerische Schaffen
des sympathischen Malers und Menschen als eine wahre Trouvaille. Aus
seinen zumeist abstrakten Impressionen - einem faszinierenden Farbengewirr
- sprachen auch Realitäten und Symbolhaftes, das jeden Betrachter in den
Bann zieht. In Polen geboren und aufgewachsen, hatte Norbert Jan
Paprotny nach der Maturitätsprüfung
während zwölf Semestern an der Kunstakademie in Krakau studiert und den
Diplomabschluss in den Fachgebieten Malerei, Wandmalerei und Grafik
bestanden. Seit 1959 war er freischaffender Maler und als solcher Mitglied
des Polnischen Künstlervereins. Im Alter von 44 Jahren verliess Paprotny
seine Heimat und liess sich in der Schweiz nieder. Von 1973 bis 1993
leitete er eine eigene Kunstschule in Zürich. Das Werk des Künstlers führt in eine Welt der
Auseinandersetzung mit dem Alltäglichen, der eigenen Empfindungen und
Emotionen. Mit seinem starken Sinn für innerbildliche, räumliche
Wirkungen der Farbe vereint er in spontaner Pinselschrift die figürliche
Darstellung mit der gegenstandslosen Flächenkomposition. Oft werden
kritische Botschaften vermittelt, ohne die optimistische Wirkung zu
verlieren. Lebens und Sinnesfreude mischen sich mit dem Element des
mutigen geistigen Kampfes um Freiheit, der inneren Beweglichkeit, von
Denkprozessen und Leidenschaft. Norbert Jan Paprotny zeigte sein Schaffen
an Ausstellungen in Polen, Monaco und Deutschland. Er ist glücklich,
jetzt auch in der Polenstadt Rapperswil präsent sein zu dürfen. |