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Zuger
Presse 2. November 2001
1943
entwaesserten internierte Polen Riedland bei Steinhausen
Rodungen
für Kartoffelfelder. Auch
in Steinhausen waren die jungen und „gschaffigen“ Polen in ihren
flotten Uniformen gern gesehen. Diesen Eindruck bekommt man, wenn man den
Zeitzeugen zuhört. Einer davon ist Anton Zürcher, der als Bub den
fremden Männer half, die so eine komische Sprache redeten und die
sonntags in Marschformation zum Gottesdienst der katholischen Kirche antraten.
Heute ist Zürcher der Initiant
für einen Gedenkstein. Dank der Unterstützung durch die
Waldgenossenschaft und Sponsoren, allen voran die Firma Vanoli und das
Bauamt der Gemeinde Steinhausen, konnte der Stein an einer günstigen Lage
und einem eigens dafür geschaffenen Platz aufgestellt
werden. Eine
Tafel enthält die wichtigsten Informationen, und eine Sitzbank lädt zum
Verweilen ein. Der Platz befindet sich an der Stelle, wo vor 58 Jahren die
polnischen Soldaten zwei Hektaren Waldfläche rodeten, welche die
Waldgenossenschaft im Rahmen des Plans von Bundesrat Wahlen für den
Kartoffelanbau bereitstellen musste. Schweiz
als Heimat Der Gedenkstein wurde von Aurelia Krynica als Vertreterin des polnischen Konsulats enthüllt und von Wlodzimierz Czerwinski von der katholischen polnischen Mission in Zürich eingesegnet. Von den etwa 70 ehemaligen Internierten, die am Ende des Zweiten Weltkrieges in der Schweiz blieben und heute noch leben, nahmen fünf an der Gedenkfeier im Bann teil. Jan Bem sprach im Namen seiner Kameraden. „Es war wie im Paradies“, schildert er noch heute den Empfang, den er als Junger Offiziersaspirant nach den Strapazen des Krieges in der Schweiz erlebte. Die Jungen Polen dankten die Gastfreundschaft mit einem vielfältigen Arbeitseinsatz in der Landwirtschaft, im Strassenbau und sogar in der Erz- und Kohlenförderung. Rund 500 von ihnen blieben nach Kriegsende hier. Einer von ihnen war Jerzy Rucki, mit dessen Hilfe Anton Zürcher das Vorhaben des Gedenksteins in die Wege leitete. Rucki hat sich eingehend mit der Situation der internierten Polen beschäftigt und mit seinem Buch «Die Schweiz im Licht, die Schweiz ins Schatten» einen wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung dieser Ereignisse geleistet. Leider ist er vor vier Wochen verstorben; somit blieb ihm die Teilnahme an der Feier in Steinhausen versagt, auf die er sich sehr gefreut, haben soll.
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