NEUES AUS DEM POLENMUSEUM RAPPERSWIL

 

AUSSTELLUNG VON JOSEF WILKON

 

In der Zeit vom 30.3. bis zum 16.6.2002 fand im Wehrgang und im Wehrturm des Schlosses eine viel beachtete Ausstellung der Bilder von Josef Wilkon statt. Die Ausstellung kam dank der Initiative von Frau Anna Buchmann und dem Entgegenkommen des Bohem Press Verlags Zürich zustande. Von grossem Interesse an dieser Exposition mögen einige verkaufte Bilder und einige Dutzend verkaufte Kinderbücher mit Illustrationen Wilkons zeugen. Der Maler wurde 1930 bei Krakau geboren. Im Anschluss an sein Studium von Malerei und Kunstgeschichte an der Kunstakademie in Krakau (1955), verbrachte Wilkon ein Jahr in Paris. Schon bald erhielt er Aufträge auch französischer und deutscher Verlage. Heute geniesst er internationalen Ruf als Illustrator von Kindermärchen und Gedichten  und ist nicht nur bei Kindern geschätzt und beliebt. Auf die Frage, wie seine Bilder entstehen, sagt Wilkon: „Zuerst muss man wissen, wie das aussieht, was man malen will: der Mensch, der Fisch, der Vogel, das Blatt oder das Tier. Dann muss man wissen, wie es sich bewegt; alles was da läuft, kriecht, schwimmt und fliegt. Für viele ist dies bereits das Ende ihrer Ausbildung. Einige gehen jedoch weiter, sie können die Traurigkeit und Freude, die Angst und den Mut darstellen. Nur Wenigen gelingt es den Schlaf, die Ruhe zu malen und sogar den Duft und Geschmack des Obstes. Wenn man all‘ dieses kann, muss man schliesslich noch lernen, wie sich Text und Bild so zusammenfügen, damit im Buch die Spannung wächst wie im Theater, damit alles zur rechten Zeit und im richtigen Verhältnis vorkommt.“  Wilkon ist ein Meister phantasievoller Illustrationen zu märchenhaften Texten. Seine Bücher erzählen von Kindheiten in einer kalten, windigen Welt, in der man sich sehr einsam fühlen würde, hätte man nicht gelernt, zur eigenen Identität und seinem Wert zu finden. In Polen erschienen bisher an die 100 Bücher für Kinder und Erwachsene mit Bildern von Josef Wilkon. Er illustrierte 55 im Ausland erschienene Bücher. In Japan ist man dabei, für ihn ein eigenes Museum zu schaffen. In deutscher Sprache erschienen sieben von Wilkon illustrierte Kinderbücher im Bohem Press Verlag Zürich.

 

GENERALVERSAMMLUNG 2002

 

Am Samstag, den 22. Juni 2002 hielt der Verein der Freunde des Polenmuseums Rapperswil im Polenuseum auf Schloss Rapperswil seine 48 Jahresversammlung statt (die Gründungsversammlung fand am 30.Jan.1954 statt). Unter den vielen Gästen der GV konnte der Präsident eine 50-Personengruppe begrüssen, die eigens aus Müchen gekommen war zusammen mit der Kulturattaché des dortigen polnischen Generalkonsulats. Die polnische Botschaft in Bern repräsentierte Herr Konsul Wojciech Miazgow­ski. Nach Berichten des Präsidenten, der Museumsleitung, des Kassiers und der Revisionsstelle genehmigte die GV nach Aussprache die Berichte und erteilte dem Vorstand die Genehmigung. Betont wurde, dass die Museumsleitung im vergangenen Rechnungsjahr 2001 (wie schon in den Vorjahren) wesentlich weniger Mittel beanspruchte, als budgetiert worden war. Anchliessend wurde der Vorstand für die neue Wahlperiode 2002-2004 in bisheriger Zusammensetzung wiedergewählt: Max Berti (Präsident), Jürg Aschwanden (Vizepräsident und Kassier), Janusz Morkowski (Museumsdirektor), Teresa Sandoz -Romanowska (Museumsleiterin), Anna Buchmann Wantuch (Stellv. Museumsleiterin), Piotr Mojski (Informatik, kartographische Sammlung). Das Budget für den Verein und das Museum 2002 wurde von der GV einstimmig bewilligt, wobei es durch die Auflösung einer erheblichen Rücklage mitfinanziert werden soll. Es sei daran erinnert, dass das Polenmuseum vor allem von den Gaben seiner Freunde und Gönner unterhalten wird. – Die GV beschloss den Vereinsbeitrag weiterhin bei 20 Fr. pro Jahr zu belassen; in der Hoffnung, dass viele Freunde des Museums den Jahresbeitrag wie bisher aufrunden. Im Anschluss an die GV fand die sehr gut besuchte Eröffnung einer Gemälde- und Skulpturenausstellung von Jan January Janczak statt.

 

AUSSTELLUNG VON JAN JANCZAK

 

 

Wurde 1938 in Polen geboren. Er studierte an der Kunstakademie in Krakau, die ihn 1972 zu ihrem Professor berief. Seit 1980 lebt der Künstler in Wil in der Schweiz. Jan Janczak widmet sein Schaffen philosophischen Fragen. Die Menschen und Ihre Beziehungen zueinander faszinieren ihn. Gefühle und Sehnsüchte der Individuen spiegeln sich in seinen Werken. Das Zeitliche alles Seins ist sein Leitmotiv. Dem Betrachter öffnet sich eine märchenhafte, surreale Welt, welche in der Poesie der polnischen Volksseele verwurzelt ist. In den Bildern Janczaks wird das Unmögliche wirklich und das Unwirkliche möglich. Immer wieder begegnen uns in seinen Werken symbolhaften Verknüpfungen von Menschen und Dingen, die den Betrachter zur Reflexionen über menschliches Dasein und über unsere Vorstellungswelt bewegen und zugleich zum Verständnis der Welt des Künstlers führen. Die Vielseitigkeit seines Schaffens - er ist zugleich Maler, Zeichner, Bildhauer, Glasfenstermacher und Kurzfilmer - zeichnet Jan Janczak als einen vielbeachteten zeitgenössischen Künstler aus. Sein Schaffen findet weltweit grosse Beachtung. Davon zeugen namhafte Sammler seiner Werke (die auch zur Vernissage erschienen) und etliche Ausstellungen in der Schweiz (u.a. im Kunsthaus Aarau) und in zahlreichen europäischen Ländern, Kanada, den Vereinigten Staaten, und Japan. Öffentliche Aufträge in verschiedenen Ländern bestätigen die breite Anerkennung seiner Werke, welche sich in vielen öffentlichen und privaten Sammlun­gen befinden. Seine Trick- und Kurzfilme erhielten an inter-nationalen Filmfestspielen eine Reihe von Preisen. Sein letztes grosses Projekt wurde im schwedischen Landskrona im Dezember 2001 vollendet. Im dortigen Park gesellen sich seine Skulpturenkomposition zu den Werken anderer namhafter Künstler. Sie besteht aus roten Granitsäulen, auf denen abwechselnd in Bronze gegossene Frauen und Männer platziert sind, um sich auf der letzten und höchsten Säule zu vereinen. Gleichzeitig fand im Kunsthaus von Landskrona eine Gemäldeausstellung Jan Janczaks statt. – Die im Wehrgang und im Wehrturm des Schlosses befindliche Ausstellung bleibt bis Sonntag den 22. September 2002 geöffnet. 

 

AUSSTELLUNG VON KARL LUKAS HONEGGER

 

Am Samstag, dem 28. September wird im Schloss Rapperswil eine Gemälde-, Zeichnungen- und Skulpturenausstellung in Zusammenarbeit mit der Limmatstiftung Zürich anlässlich des 100. Geburtstags von Karl Lukas Honegger eröffnet. Der in der Kittenmühle in Herrliberg ZH lebende Künstler wird an der Vernissage um 16 Uhr persönlich anwesend sein. Die Ausstellung soll bis  Sonntag, den 27. Oktober 2002 dauern.