T H E    P I A N I S T

von ROMANA POLANSKIEGO

nach den Memoiren von

W³adys³aw Szpilman

 

PALME D'OR  CANNES  2002

 

           Warschau 1939: Mit dem Einmarsch der Deutschen in Polen beginnt auch für den gefeierten polnisch-jüdischen Pianisten Wladyslaw Szpilman (Adrien Brody) die Zeit des Leids. Nachdem er der Todesfalle des Warschauer Ghettos nur mit viel Glück und dank der Hilfe des polnischen Untergrunds entkommen konnte, geistert er allein und voller Angst durch die entvölkerte Metropole. Schließlich rettet ihm ausgerechnet ein deutscher  NS-Offizier (Thomas Kretschmann) das Leben...

 

 Adrien Brody in Titelrolle 

 Regie Roman Polañski

 

w Zurychu od 10 paŸdziernika 2002

 

Arthouse Le Paris

Gottfried Keller-Str. 7 / Tel: 01 250 55 60

Kino Capitol

Weinbergstr. 9  / Tel. 01 267 40 40

 

FRENETIC FILMS  Bachstrasse 9,

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 PRESSENOTIZ

 DER PIANIST von Roman Polanski war der diesjährige Gewinner der Goldenen Palme bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes. Polanski präsentierte damit seinen bisher persönlichsten Film. Wenn er die Überlebensgeschichte des jüdischen Chopin-Interpreten Spzilman in Warschau während des Zweiten Weltkrieges erzählt, kommt er sich selbst so nah wie noch nie. Das beschriebene Elend, die Qual unerträglicher Demütigungen durch die Deutschen, Fluchterfahrungen und Todesängste sind auch eigene Erlebnisse. Er selbst entging als Kind nur knapp dem Konzentrationslager, seine Mutter starb in Auschwitz.

 

“So weit ich zurückdenken kann, ist in meinem Leben die Grenze zwischen Phantasie und Wirklichkeit hoffnungslos verwischt gewesen,” schreibt Polanski in seiner Autobio­grafie (“Roman Polanski von Roman Polanski”). Schon deshalb stand für ihn eigentlich fest, in seinen Filmen nie aus der eigenen Geschichte zu erzählen. Gleichzeitig hatte ihn aber “die schmerzhafte Phase polnischer Geschichte” schon lange als Filmstoff fasziniert. Als er dann auf das Buch “Das wunderbare Überleben” (1998, Econ Verlag) von Wladyslaw Szpilman  stieß, in dem der jüdische Pianist beschreibt, wie er die Kriegsjahre in Warschau überlebte, wusste Polanski, dass er einen neuen Filmstoff gefunden hatte. “Szpilmans Buch fügt der bekannten Leidensgeschichte polnischer Juden nicht einfach ein weiteres Kapitel hinzu,” betonte Polanski auf der Pressekonfe­renz, die er im März 2001 in Warschau gab. “Es ist aus der Perspektive eines Mannes geschrieben, der die Greuel der Nazizeit erlebt und aller Wahrscheinlichkeit zum Trotz überlebt hat.” Szpilman beschreibt seine wunderbare Rettung durch einen deutschen Offizier, der nicht erst am Ende des Krieges und der Niederlage der Deutschen die Menschlichkeit entdeckt. Als Hauptmann Wilm Hosenfeld Szpilman nicht verrät und sogar mit Nahrung versorgt, riskiert er die eigene Sicherheit - ein ergreifendes Beispiel von Zivilcourage, die vielen im Krieg abhanden gekommen war.

Das Drehbuch zu DER PIANIST schrieb der britische Dramatiker und Drehbuchautor Ronald Harwood, der jedoch betont, wie wesentlich die Kooperation mit Polanski für die Authentizität des Films war. Die Dreharbeiten fanden im Frühjahr 2001 im Filmstu­dio Babelsberg und der Umgebung von Potsdam statt. Weitere Szenen wurden anschließend an Originalschauplätzen in Warschau gedreht.

 VORWORT

 Ich war mir immer sicher, dass ich eines Tages einen Film drehen würde, der sich mit der dunkelsten Phase der polnischen Geschichte auseinandersetzt, aber ich wollte nicht, dass es ein autobiografischer Film wird.

Nachdem ich das erste Kapitel von Wladyslaw Szpilmans Memoiren (“Das wunderba­re Überleben”, Econ Verlag, 1998) gelesen hatte, wusste ich sofort, dass DER PIA­NIST genau das richtige Thema für meinen nächsten Filmes ist. Das war die Story, nach der ich gesucht hatte: Es ist für mich eine positive Geschichte, denn allem Horror und Leid zum Trotz, gibt sie am Ende Anlass zu Hoffnung.

Ich habe das Ghetto von Krakau und die Bombennächte in Warschau überlebt, und ich wollte in meinem Film meine Kindheitserinnerungen wiederaufleben lassen. Alles sollte so realistisch wie möglich wirken, der Film sollte sich in nichts der üblichen Hollywood-Machart annähern. Abgesehen von meinen persönlichen Erinnerungen, kon­nte ich auf die absolute Authentizität der Memoiren Szpilmans vertrauen, die kurz nach Beendigung des Krieges geschrieben wurden. Wahrscheinlich wirken deshalb die darin geschilderten Begebenheiten so unmittelbar und frisch. Die Beschreibung besticht durch eine erstaunliche, manchmal fast kaltblütige, wissenschaftliche Objektivität und Differenziertheit. In seinem Buch kommen gute Polen vor und böse, genauso wie es gute und böse Juden gibt, und gute und böse Deutsche...

Bevor wir mit den Dreharbeiten begannen, haben wir selbstverständlich mit zahlrei­chen Historikern und Überlebenden des Holocaust gesprochen. Außerdem habe ich der Crew eine Reihe von Dokumentarfilmen über das Warschauer Ghetto gezeigt. Mir kam es bei der Suche nach dem Schauspieler für die Rolle des Pianisten niemals auf eine äußerliche Ähnlichkeit mit Wladyslaw Szpilman an. Ich wollte einen Darsteller, der sich in die Rolle einfühlen kann, so wie es meiner Vorstellung beim Verfassen des Drehbuchs entsprach. Es war wichtig jemanden zu finden, der weniger bekannt war. Da DER PIANIST in englischer Sprache gedreht werden sollte, musste es jemand sein, der fließend Englisch spricht. Wir veranstalteten also ein Casting in London. Zu unserer Überraschung erschienen über 1.400 Bewerber, erstaunlicherweise sogar Chinesen und schwarze Frauen... Nach dem Casting realisierten wir, dass es sehr schwierig war, jemanden völlig ohne Schauspielerfahrung zu finden. Nachdem ich in England nicht fündig wurde, weitete ich meine Suche nach Amerika aus. Nachdem ich einige Filme mit Adrien Brody gesehen hatte, habe ich keinen Moment länger gezö­gert. Er war DER PIANIST.

                                                                                Roman Polanski